Was sind die Problemfelder im deutschen Rettungsdienst?

Symbolbild Problem
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Deutschland verfügt über ein historisch gut ausgebautes, mehrschichtiges Notfallversorgungssystem (ambulanter Bereitschaftsdienst, stationäre Notaufnahmen, Rettungsdienst). Diese drei Bereiche sind jedoch mit Blick auf die Planung, Leistungserbringung und Finanzierung unterschiedlich geregelt und wenig bis gar nicht miteinander vernetzt bzw. koordiniert. Das stellt sowohl Patienten als auch Leistungserbringer vor erhebliche Probleme, die dringend gelöst werden müssen.

Problembereich Notfallversorgung

Problembereich Hilfsfrist

Symbolbild Hilfsfrist

Die in Deutschland für den Rettungsdienst geltenden Hilfsfristen sind nicht mehr zeitgemäß. In den Bundesländern gelten unterschiedliche Vorgaben, die sich meist auf Traditionen und Erfahrungen, nicht aber auf Evidenz stützen. Wir fordern daher ein neues Hilfsfristmodell. Lesen Sie HIER unseren Vorschlag für eine neues Hilfsfristmodell.

Problembereich Disposition

Es fährt oftmals nicht das schnellsteintreffende geeignete Rettungsmittel, sondern das "örtlich zuständige". Das bedeutet, dass völlig sinnlos wertvolle Zeit verschenkt wird ... einfach weil benachbarte Leitstellen nicht digital vernetzt sind und keine Ahnung haben, wo "fremde" Rettungsmittel gerade in ihrem Bereich unterwegs sind und Leben retten könnten.

Problembereich Telefonreanimation

Die telefonisch angeleitete Reanimation durch die Rettungsleitstelle ist in allen gemeldeten Fällen unerlässlich, da sie lebensrettende Maßnahmen ermöglicht, bevor professionelle Hilfe vor Ort eintrifft. Deutschland ist hier leider ganz schlecht aufgestellt, vor allem auch im internationalen Vergleich. Lesen Sie HIER unseren Vorschlag zur Umsetzung der Telefonreanimation in allen Leitstellen.

Problembereich First Responder (Ersthelfer)

Wer sind First Responder und was tun sie?

Es gibt kein einheitliches Alarmierungssystem für First Responder in Deutschland. Stattdessen viele kommerzielle Ersthelfer-APPs, die nicht miteinander vernetzt sind und die auch nur lokal begrenzt funktionieren. Auch werden ganz unterschiedliche Qualifikationsniveaus für Ersthelfer vorausgesetzt. Lesen Sie HIER unsere Vorschläge zu First Responder Systemen.

Problembereich einheitliche Sanitäterkompetenzen

Einheitliche Sanitäterkompetenzen

Die Befugnisse der Notfallsanitäter bleiben weit hinter ihren Kompetenzen zurück, sodass keine wirkliche Subsidiarität und kein optimaler Ressourceneinsatz des Personals stattfinden kann – oft nur eingeschränkt durch den örtlichen ärztlichen Leiter Rettungsdienst. Lesen Sie HIER unseren Vorschlag zu den Sanitäterkompetenzen

Massive Überlastung im low-level Bereich

Rettungsdienst ist Lückenbüsser im Gesundheitssystem

Der Rettungsdienst rückt aus, obwohl er eigentlich nicht erforderlich ist oder obwohl das Event nicht seinen primären Aufgaben entspricht, da es außer dem Rettungsdienst und den Notaufnahmen der Krankenhäuser keine weitere, allgemein bekannte, durchgängig funktionierende und von der Bevölkerung akzeptierte 24/7 Anlaufstelle für Hilfeersuchen gibt.

Die Leitstelle muss zum Gatekeeper werden

Frau telefoniert in einer Leitstelle

Es fehlen aber vielerorts international standardisierte und vor allem einheitliche Algorithmen zur Abfrage in den Leitstellen, die eine rechtssichere und qualitätsgesicherte Versorgung durch den Rettungsdienst, eine Weitervermittlung an den Bereitschaftsdienst bzw. andere Dienste oder auch eine Ablehnung mit Verweis auf einen Praxisbesuch zu den üblichen Öffnungszeiten ermöglichen würden. Man muss Leitstellen neu denken, lesen Sie HIER unsere Vorschläge dazu.

Es fehlt Personal und eine zeitgemäße Finanzierung

Sanitäterberuf muss attraktiviert werden

Es fehlt an Personal in jeder Qualifikationsstufe, d.h. vom Rettungssanitäter über Notfallsanitäter bis hin zu Notärzten.

Derzeit wird nur ein Transport vergütet

Mehr Bundesmittel

Eine Alarmierung des Rettungsdienstes muss auch andere abrechenbare Leistungen als ausschließlich einen Transport ins Krankenhaus ermöglichen, wenn dieser nicht notwendig ist und/ oder eine ambulante Versorgung vor Ort stattfindet. Lesen Sie HIER unsere Vorschläge zur Finanzierung.

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