
Im Rahmen einer festlichen Abendveranstaltung hat die Björn Steiger Stiftung am 25. Februar 2026 in Berlin die Steiger Awards 2025 verliehen. Mit den Auszeichnungen würdigt die Stiftung herausragende Projekte, innovative Forschung und technologische Entwicklungen im Rettungsdienst – sowie eine Persönlichkeit, die das Rettungswesen über Jahrzehnte hinweg nachhaltig geprägt hat.
Mit der Chest Compression Synchronized Ventilation (CCSV) hat die WEINMANN Emergency Medical Technology GmbH einen innovativen Beatmungsmodus für die Reanimation entwickelt. CCSV verbessert die Sauerstoffversorgung von Blut und Gehirn, unterstützt die Durchblutung und hat damit einen positiven Einfluss auf die Wiederherstellung eines Spontankreislaufs (ROSC). Studien zeigen, dass es durch die Synchronisation von Beatmung und Thoraxkompressionen einen Trend zu verbesserten Überlebenschancen bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand gibt. Für Rettungsteams bietet CCSV ein klares Feedback zur Qualität von Beatmung und Kompression und trägt so zu einer höheren Behandlungsqualität bei.
Die Forschungsarbeiten von Prof. Dr. Saskia Eschenbacher von der Akkon Hochschule für Humanwissenschaften ermöglichen neue Ansätze in der Aus- und Fortbildung von Rettungskräften. Durch strukturierte Reflexions- und Gesprächsformate können Belastungen besser verarbeitet, Ausfallzeiten reduziert und die Einsatzqualität nachhaltig verbessert werden – zum direkten Nutzen von Patientinnen und Patienten. Ihre Forschung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur langfristigen Sicherung der Einsatzfähigkeit im Rettungsdienst.
Die patentierte EmergencyEye®-Technologie der Corevas GmbH & Co. KG ermöglicht Notruf- und Servicestellen eine sichere, DSGVO-konforme, appfreie Live-Verbindung zum Smartphone der Anrufenden. Helfer erhalten Zugriff auf Kamera, Standort, ausgewählte Sensordaten und damit ein unmittelbares Lagebild. Dies verbessert im Notfall die Erstversorgung vor Eintreffen der Rettungskräfte, optimiert Disposition und Ressourceneinsatz und schafft in der kritischen Anfangsphase einen entscheidenden Informationsvorsprung. Die Lösung entstand aus einer persönlichen Notfallerfahrung der Gründer und wird bereits in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg eingesetzt.
Bei der ÖAMTC-Flugrettung sollen elektrisch betriebene Drohnen die schnelle Lieferung von Medikamenten, Laborproben oder medizinischem Material ermöglichen – auch in abgelegene Regionen oder zu Randzeiten. Damit ergänzt das grenzüberschreitende Drohnenprojekt von ÖAMTC-Flugrettung (Österreich), ANWB Medical Air Assistance (Niederlande) und TCS (Schweiz) bestehende Rettungsstrukturen und trägt zu einer flächendeckend besseren medizinischen Versorgung bei. Durch die Schaffung eines europäischen Drohnennetzwerks können Skaleneffekte erzielt werden, die den Betrieb kosteneffizient machen.
1988 gründete René Closter gegen erhebliche politische Widerstände die Luxembourg Air Rescue (LAR). Mit unerschütterlicher Entschlossenheit entwickelte er die LAR von einer visionären Idee zu einem unverzichtbaren Bestandteil des luxemburgischen Gesundheitssystems. Heute steht die Organisation für hochmoderne, grenzüberschreitende Notfallrettung und internationale Patiententransporte. „Mit dieser Auszeichnung ehrt die Björn Steiger Stiftung eine außergewöhnliche Persönlichkeit, deren Lebenswerk beispielhaft für Pioniergeist, Mut und unermüdliches Engagement für die Notfallversorgung steht,“ begründen Nicole und Pierre-Enric Steiger die Auszeichnung.








- Die Björn Steiger Stiftung verlieh am 29. Juni 2021 erstmals den „Zukunftspreis Rettungsdienst“.
Wir gratulieren den Preisträgern des Jahres 2021 und hoffen, dass dadurch Anreize zur Entwicklung innovativer Lösungen gesetzt werden, damit wir gemeinsam einen entscheidenden Beitrag für den Fortschritt im rettungsdienstlichen Alltag leisten können.

vlnr: Marcel Neumann, Philipp Köhler (DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH; Mainz); Christian Größl, Sascha Ennenbach (FERNO Transportgeräte GmbH, Troisdorf); Nicole Steiger (Björn Steiger Stiftung, Winnenden); Meike Haagmans, Lynn-Marie Zapp (Haagmans & Zapp GbR littleplan, Düsseldorf); Eugen Latka, Dr. Gerrit Janssen (Evangelisches Klinikum Bethel, Bielefeld).
Konzept „Kliniksanitäter“ von Dr. Gerrit Jansen und Eugen Latka, Bielefeld – In dieser Kategorie konnte das Konzept „Kliniksanitäter“ zur kurzfristigen Weiterqualifikation von rettungsdienstlichem und medizinischem Personal zum Einsatz auf Intensivstationen und in Notaufnahmen die Jury überzeugen.
Im März 2020 waren die Krankenhäuser in Deutschland aufgefordert worden, ihre Intensivkapazitäten aufgrund der Zunahme der COVID-19-Erkrankungen auf das Doppelte zu erweitern. Die Häuser standen vor der Frage, woher sie unter Zeitdruck Personal nehmen sollten, das sie nicht hatten. Erschwerend kam hinzu, dass die Kontaktbeschränkungen einen regulären Ausbildungsbetrieb mit Präsenzunterricht unmöglich machten. Zur Lösung dieser Herausforderungen entwickelten der Bielefelder Mediziner und sein interdisziplinäres Team gemeinsam mit dem Studieninstitut Westfalen-Lippe ein Weiterbildungskonzept unter den Herausforderungen der COVID-19-Pandemie. Die Weiterbildungseinheiten bestehen aus E-Learning-Teilen mit Videos und Webinaren und Praxiseinsätzen. Darüber hinaus umfasst das Konzept die Verbesserung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Klinik und Rettungsdienst ebenso wie den wechselseitigen Austausch von Innovationen und den Aufbau bereichsübergreifender Versorgungskonzepte. Auch die Strukturierung von Notfallplänen zur schnellen Gewinnung von Hilfspersonal bei zeitkritischen Phasen ist Bestandteil des Kliniksanitäter-Konzepts. Es eignet sich als Vorlage für andere Krisen- und Katastrophenszenarien.
Projekt „MANV3D“ der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe gGmbH – Ausgezeichnet wurde der DRK-Rettungsdienst für die Entwicklung von virtuellen Trainingsszenarien zur schnellen Orientierung der Rettungskräfte in verschiedenen Umgebungen bei Großschadenereignissen.
Das virtuelle Einsatztraining ist nicht nur in Zeiten der COVID-19-Pandemie eine wichtige Ergänzung zu Präsenzübungen. Diese komplexen Prozesse, bei der viele Verletzte schnellstmöglich geborgen und versorgt werden müssen, lassen sich in der Realität nur schwer simulieren. Hier setzt das Projekt MANV3D des DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe an. Aus 3D-Scans von realen Objekten oder Einsatzorten wird zunächst eine virtuelle Umgebung erstellt. Mit Hilfe dieser 3D-Modelle können Planübungen für jeden denkbaren Einsatzort bearbeitet und die Daten für die Einsatzplanung, Lageerkundung oder auch Ausbildung genutzt werden. Darüber hinaus können mit diesen Simulationen und den darin durchzuführenden Szenarien auch das Verhalten der Einsatzkräfte geprobt und mögliche Fehler prospektiv vermieden werden. Fehlerquoten aber auch der Schulungsaufwand im realen Betrieb werden damit deutlich reduziert. Auch große, aufwendig geplante Übungen stehen im Nachgang weiter virtuell zur Verfügung. MANV3D ist auf jedem mobilen Endgerät oder Computer nutzbar. Dabei kann der Anwender entscheiden, ob er es per ’touch and walk’ oder als VR Version mit einer Virtual Reality Brille nutzt.
„INTRAXX“-System der Firma FERNO Transportgeräte GmbH, Troisdorf – In der Kategorie Technik konnte sich das System INTRAXX der FERNO Transportgeräte GmbH aus Troisdorf durchsetzen.
Das System dient der Unterbringung loser Ausrüstungsgegenstände im Fahrzeug und erlaubt dem Rettungsdienstpersonal, in sitzender und angegurteter Position zu arbeiten. Damit reduziert sich das Verletzungsrisiko bei einem Unfall oder plötzlichen Brems- oder Ausweichmanövern während der Einsatzfahrt. Das modulare Lochschienensystem kann an der Wand, der Decke, dem Boden oder auf Ablagen/Radkästen montiert werden. Es dient der sicheren Aufnahme der verschiedenen Halterungen und Taschen für Medizinprodukte und Geräte. Das ermöglicht dem Rettungsdienstpersonal, die Arbeitsbereiche so einzuteilen, dass optimales Arbeiten möglich ist, weil das Equipment an gut erreichbarer Stelle platziert werden kann. Häufig benötigte und benutzte Geräte befinden sich so stets in unmittelbarer Nähe des Anwenders. Je nach Einsatz kann das Rettungs-Fahrzeug durch den Einbau des INTRAXX-Systems individualisiert werden. Das erleichtert den Arbeitsfluss, die Bevorratung und senkt die Unterhaltskosten. Auch im Bereich der Hygiene bietet das System einen Mehrwert, da das Fahrzeug leichter gereinigt und desinfiziert werden kann.
Projekt „Erste Hilfe im Handumdrehen / Kinderzimmer“ der Haagmans & Zapp GbR littleplan, Düsseldorf - Das Projekt von Lynn Marie Zapp und Meike Haagmans platziert das Thema Erste Hilfe mitten im Familienalltag.
Die von ihnen entworfenen Erste-Hilfe-Poster sind plakativ sowie informativ gestaltet und zeigen die wichtigsten Maßnahmen und Rufnummern bei Notfällen. Dennoch heben sich die littleplan-Poster im Design stark von klassischen medizinischen Postern ab und finden so den Weg an die Wände von Kinderzimmern. Dadurch werden die Erste-Hilfe-Maßnahmen im Alltag immer wieder wahrgenommen und die Schritte können verinnerlicht werden. Dabei geben die Poster Eltern die Sicherheit, in einer Notfallsituation handlungsfähig zu bleiben, wodurch die Hilfsfrist und Reaktionszeit im Notfall deutlich verkürzt werden kann. Die Option, das Poster personalisieren zu lassen, macht es zu einem perfekten Geschenk z. B. zur Geburt. Im Fußbereich können neben dem Notruf und der Nummer der Giftnotzentrale ebenfalls Kontaktdaten von Kinderklink und Kinderarzt/-ärztin eingetragen werden. Durch die permanente Visualisierung findet auf einfache und niederschwellige Weise die Erste-Hilfe einen prominenten Platz im Alltag junger Familien und leistet damit einen wertvollen Beitrag für die Rettung von Kleinkindern.
Im Jahr 2023 entfiel die Prämierung auf Grund der Nachwirkungen und aus Rücksicht auf die abgelaufene Pandemie.
Die Steiger Awards werden für außergewöhnliche Leistungen und Innovationen im Rettungsdienst im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung alle zwei Jahre vergeben.
In bis zu sechs Kategorien und mit einem Sonderpreis werden jene Personen aus dem Rettungsdienstbereich ausgezeichnet, die herausragende Leistungen im Bereich des Rettungsdienstes erbracht haben.
Es können Awards in jeder Kategorie vergeben werden, es können aber auch mehrere Awards in einer Kategorie vergeben werden. Maximal werden aber sechs Awards und ein Sonderpreis vergeben.
Die Awards (außer dem Sonderpreis) sind mit jeweils 1.000.- Euro dotiert.
Nominiert werden können alle im deutschsprachigen Raum (und den angrenzenden Nachbarregionen) im Bereich des Rettungsdienstes tätigen einzelne Personen, Teams, Organisationen, Institutionen und Unternehmen, die sich in besonderen Maßen im Rettungswesen engagieren, zur Weiterentwicklung der präklinischen Versorgung beitragen und herausragende Leistungen im Sinne der Qualitätsentwicklung erbringen.
Sie können sich selbst, aber auch jemand anderen nominieren.
Ausgezeichnet werden Projekte aus allen Bereichen der rettungsdienstlichen und notfallmedizinischen Versorgung, die mit innovativen Lösungen und Projekten einen Beitrag zur Verbesserung der Qualität und Produktivität des Rettungsdienstes in Deutschland leisten. Der positive Nutzen der eingereichten Lösung für den Notfallpatienten/Rettungsdienst muss dokumentiert sein.
Die Nominierung ist unabhängig davon, ob die rettungsdienstliche Tätigkeit ehrenamtlich oder hauptberuflich ausgeübt wird. Die Nominierung von Laienhelfern ist genau so möglich, wie die von Studenten, Forschern, Lehrenden oder Entrepreneuren. Es zählen die herausragenden Qualitäten, Leistungen und das Engagement.
Man kann ein Projekt in unterschiedlichen Jahren auch wiederholt einreichen, wenn es noch nicht gewonnen hat.
Im Rahmen einer Jurysitzung unter dem Vorsitz von Frau Nicole Steiger werden die Preisträger aus den eingereichten Nominierungen ausgewählt.
Jurymitglieder und Mitarbeiter der Björn Steiger Stiftung dürfen nicht teilnehmen. Beiträge von Organisationen, die von Jurymitgliedern vertreten werden, werden vom jeweiligen Jurymitglied nicht bewertet.
Die Bewerbung erfolgt innerhalb der Einreichungsfrist ausschließlich über die Online-Einreichung mittels unseres Online-Formulars.
Die Awards werden in mehreren Kategorien vergeben:
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