Zukunft der Ersthelfer-Alarmierung: Warum wir eine qualifizierte Ausweitung unterstützen

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Die Björn Steiger Stiftung begrüßt ausdrücklich die Bestrebungen, qualifizierte Ersthelfer wie z.B. On-Duty-First Responder künftig nicht nur bei Reanimationen, sondern auch bei weiteren medizinischen Notfällen über digitale Systeme wie APPs alarmieren zu können. Diese Entwicklung ist nicht nur technisch möglich, sondern auch fachlich sinnvoll und gesellschaftlich notwendig.

Denn in einem System, das auf eine schnelle rettungsdienstliche Versorgung angewiesen ist, zählt oft jede Minute. Wenn qualifizierte Hilfe bereits vor dem Eintreffen des Rettungsdienstes am Notfallort eintrifft, kann das entscheidend zur Versorgung von Patienten beitragen – insbesondere in ländlichen Regionen oder bei kritischer Einsatzlast.

Dabei geht es nicht um die Schaffung von Parallelstrukturen, sondern um die sinnvolle Ergänzung des bestehenden Rettungsdienstsystems – eingebunden in lokale Prozesse und in Abstimmung mit den Rettungsdiensten, Hilfsorganisationen und Leitstellen.

Chancen der qualifizierten Alarmierung

Eine Ausweitung des Einsatzspektrums qualifizierter Ersthelfern kann:

  • die Versorgungslücke zwischen Notruf und Eintreffen des RTW verkleinern,
  • das therapiefreie Intervall in der Praxis überbrücken helfen,
  • bestehende First Responder- und HvO-Modelle digital unterstützen,
  • neues Ehrenamt ansprechen und bestehendes Engagement stabilisieren,
  • und durch ihre Struktur auch hohe Akzeptanz in der Bevölkerung erfahren.

Voraussetzungen für einen sicheren Einsatz

Gleichzeitig sind bestimmte Rahmenbedingungen notwendig, um einen sicheren, rechtlich tragfähigen und akzeptierten Betrieb zu gewährleisten:

  • Nachweis der Qualifikation: über Berufsnachweise, Fortbildungszertifikate oder Organisationszugehörigkeit
  • Einsatzgrenzen und Indikationen: etwa bei Bewusstlosigkeit, Krampfanfall, Hypoglykämie, Anaphylaxie, Sturzereignissen, .. (Hier Klicken => Beispielausrückordnung)
  • Einbindung in bestehende Strukturen: insbesondere in Zusammenarbeit mit den organisatorischen und den ärztlichen Leitungen
  • Haftungs- und Versicherungsschutz: Klarheit über Verantwortlichkeit und Absicherung der Helfenden
  • Qualitätsmanagement: inklusive Einsatzdokumentation, Feedbacksystem und medizinischer Supervision

Was jetzt wichtig ist:

Die Ausweitung der qualifizierten Ersthelfer-Alarmierung ist eine große Chance für die Rettungslandschaft in Deutschland – wenn sie gemeinsam gedacht und verantwortungsvoll umgesetzt wird. Was es jetzt braucht, sind:

  • Modellregionen, die diese Systeme praxisnah erproben
  • Dialogformate zwischen Technik, Medizin und Organisation
  • juristische Klarheit, vor allem in Bezug auf Haftung, Datenschutz und Qualitätskontrolle
  • und vor allem: politische Offenheit, digitale Hilfe dort zuzulassen, wo sie sinnvoll ergänzt

Wir unterstützen diesen Weg mit unserer Expertise, mit unserer Geschichte – und mit dem festen Glauben daran, dass Innovation im Rettungswesen Leben retten kann.

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